Die Beitragserhöhungen der vergangenen Jahre haben viele Taxi- und Mietwagenunternehmen belastet. Auch 2026 ist nicht mit sinkenden Beiträgen zu rechnen. Die gute Nachricht: Die Preisdynamik dürfte sich abschwächen. Nach unserer Markteinschätzung liegen viele Anpassungen eher bei rund 6 Prozent als bei den teilweise etwa 15 Prozent der Vorjahre. Die tatsächliche Erhöhung hängt vom Versicherer, Tarif und Betrieb ab.
Warum die Kfz-Versicherung unter Druck stand
Kfz-Versicherer hatten zuletzt mit negativen Schaden-Kosten-Quoten, sogenannten Combined Ratios, zu kämpfen. Beiträge reichten vielfach nicht aus, um Schäden und Kosten zu decken. Allein in zwei Jahren verzeichnete die Kfz-Versicherung laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) versicherungstechnische Verluste von fast fünf Milliarden Euro.
Beitragserhöhungen und weniger belastende Naturereignisse haben die Lage etwas entspannt. Der Kostendruck bleibt aber bestehen.
Ersatzteilpreise steigen stärker als die Inflation
Laut GDV haben sich die Ersatzteilpreise seit 2015 um mehr als 80 Prozent erhöht, während die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur um rund 30 Prozent stiegen. Von August 2024 bis August 2025 verteuerten sich Kfz-Ersatzteile nochmals um knapp 6 Prozent.
Für Taxi- und Mietwagenbetriebe ist das besonders relevant. Ihre Fahrzeuge sind intensiv im Einsatz. Ein Unfall verursacht nicht nur Reparaturkosten, sondern oft auch spürbare Ausfallzeiten.
Moderne Fahrzeugtechnik macht Schäden teurer
Kameras, Sensoren, LED-Scheinwerfer und Fahrerassistenzsysteme verbessern die Sicherheit, erhöhen aber den Reparaturaufwand. Schon nach einem kleineren Anstoß müssen Bauteile ersetzt, Sensoren geprüft und Systeme neu kalibriert werden.
Auch die Werkstattkosten steigen. Mechanik-, Elektrik- und Karosseriearbeiten kosteten 2024 laut GDV durchschnittlich 202 Euro pro Stunde, Lackierarbeiten 220 Euro. In Marken- und Spezialwerkstätten sind Stundensätze von deutlich über 250 Euro möglich.
Bei Elektrofahrzeugen können zusätzliche Diagnose- oder Sicherungskosten entstehen. Dazu gehören je nach Schaden besondere Abstell- oder Quarantänemaßnahmen. Elektrofahrzeuge sind nicht grundsätzlich das schlechtere Risiko, einzelne Schäden können dennoch aufwendig werden.
Versicherer unterscheiden Betriebe genauer
Neben den Reparaturkosten gewinnt die konkrete Fahrzeugnutzung an Bedeutung. Versicherer berücksichtigen unter anderem Region, Fahrzeugtyp, Betriebsgröße, Schadenverlauf und Geschäftsmodell.
Besonders sichtbar ist das bei Personenmietwagen. Betriebe mit regelmäßigen Aufträgen über Plattformen wie Uber oder Bolt werden bei einzelnen Tarifen anders kalkuliert als klassische Mietwagen- oder Limousinenbetriebe. Nach unserer Marktbeobachtung können daraus Aufschläge von etwa 20 Prozent entstehen.
Ein pauschaler Preisvergleich reicht daher nicht aus. Entscheidend ist, dass die tatsächliche Nutzung korrekt angegeben und der Betrieb beim passenden Versicherer eingeordnet wird.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Die Beitragssprünge dürften sich abschwächen. Eine Rückkehr zum früheren Preisniveau ist jedoch nicht zu erwarten. Ersatzteile, Werkstattarbeiten und moderne Fahrzeugtechnik bleiben teuer.
Taxi- und Mietwagenunternehmen sollten ihren Versicherungsschutz frühzeitig prüfen. Dabei zählen nicht nur der Beitrag, sondern auch Nutzung, Fahrerkreis, Selbstbeteiligung, Schadenverlauf und Fahrzeugbestand. Wer einen Wechsel plant, sollte vollständige Unterlagen bereitstellen und nicht erst kurz vor dem Vertragsablauf beginnen.
Fazit
Taxi- und Mietwagenversicherungen werden voraussichtlich auch 2026 teurer. Die Erhöhungen dürften geringer ausfallen als zuletzt. Gleichzeitig differenzieren Versicherer stärker nach dem tatsächlichen Geschäftsmodell. Für Unternehmer wird es wichtiger, nicht nur Preise zu vergleichen, sondern auch die korrekte Einstufung und den passenden Versicherungsschutz zu prüfen.